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Say Yes – wie ich unbequeme Entscheidungen treffe

Say Yes - wie ich unbequeme Entscheidungen treffe

Es ist einfacher zu sagen:

Das mache ich nächstes Jahr.

Wenn das Wetter besser ist.

Wenn ich genug Geld / Zeit habe.

Wenn ich den richtigen Partner habe.

Wenn ich meine Bestimmung gefunden habe.

Wenn ich in meiner Traumwohnung lebe.

Wenn ich ein Auto habe.

Wenn Corona vorbei ist.

Das alles sind typische Ausreden, um eine Einladung nicht mit Ja zu beantworten.

Und Schwubs ist das Leben irgendwie vorbeigezogen und man wartet vielleicht immer noch auf den perfekten Mann / Frau / Moment / Job / Zeitpunkt / Geld usw.

Deshalb versuche ich schon seit einiger Zeit bewusst oft Ja zu sagen. Ja zu Entscheidungen, die mich aus meiner Komfortzone bringen. Ja zu Personen, die ich (noch) nicht lange kenne. Ja zu Situationen, die unbequem sind und die mir höllisch Angst machen. Mich bewusst für etwas zu entscheiden, dass ich noch nie gemacht habe vorher. An das ich noch nicht mal gedacht hatte (z.B. mein Fallschirmsprung aus 4000 Meter Höhe). Obwohl alle davon abraten. Obwohl mir die Stimme zittert und mein Herz rast vor Aufregung und Selbstzweifel.

Doch wie trifft man die richtige Entscheidung?

Meiner Meinung nach gibt es keine „richtige“ oder „falsche“ Entscheidung. Denn alles ist subjektiv und nur du selbst wirst entscheiden, ob du mit deiner Wahl zufrieden oder unzufrieden bist. Und wenn du unzufrieden bist, dann hast du was gelernt und wirst es ändern, solange bist du eben zufrieden bist. Ganz einfach.

We will always find the evidence for something that we choose to believe (by IN-Q).

Herz gegen Kopf. Bauchgefühl gegen Verstand. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und spüre meistens deutlich meine Intuition und mein „Bauchgefühl“. Ich neige daher dazu, impulsive, emotionale Entscheidungen zu treffen mit dem Risiko, dass es an rationalem Verstand fehlt. Wenn dir das bekannt vorkommt, empfehle ich dir immer über eine größere Entscheidung „zu schlafen“. Je wichtiger die Entscheidung, umso länger sollte der Zeitraum sein den du dir gibst. Natürlich ist es auch wichtig sich eine zeitliche Frist zu setzten, bis wann du dich spätestens entscheidest. Denn „ewiges Zögern ist genauso schädlich wie übereilte Entscheidungen auf der Basis oberflächlicher Informationen“. (Gerd Kommer).

Ich führe eine Liste mit all meinen wichtigen Entscheidungen: Sabbatical, Jobangebot in Hamburg, meine Coaching Ausbildung, Umzug an den Genfer See, Kündigung bei Weleda und L´Oreal. Zu jeder Entscheidung hab ich mir Notizen gemacht: was sagt mein Herz und was sagt mein Kopf? Dann habe ich im Nachhinein immer bewertet wie zufrieden ich mit meiner Entscheidung bin.

Mein Fazit: ALLE meine Entscheidungen, die ich aus dem Bauchgefühl getroffen habe, stellten mich im Nachhinein 100% zufrieden. Je stärker das Bauchgefühl, umso stärker auch die „Belohnung“! Und das Erstaunliche: noch NIE hat mich eine rationale Entscheidung langfristig glücklich gemacht. Natürlich habe ich auch rein rationale Entscheidungen getroffen, aber ich bereue nichts, denn das wäre Zeitverschwendung, ich konnte daraus lernen und meistens hat sich daraus etwas Besseres/Neues ergeben. Geht es dir genauso? Das finde ich sehr spannend zu beobachten.

Hier meine 6 Schritte, die mir helfen eine unbequeme Entscheidung zu fällen:

Step 1: Definiere deinen Alptraum. Dein absolutes Worst-Case Szenario. Wäre es das Ende deines Lebens? Wie groß wäre der Schaden auf Dauer auf einer Skala von 1-10? Wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Szenario tatsächlich eintritt?

Step 2: Überlege dir mit welchen Schritten du den Schaden beheben müsstest oder um die Ausgangssituation wieder herzustellen. Recherchiere alle „Rückzugsoptionen“ (finanziell, rechtlich, moralisch…). Wahrscheinlich ist das sogar leichter, als du dir am Anfang vorstellst.

Step 3: Welchen Effekt oder welchen Nutzen hätte es – zeitlich begrenzt oder dauerhaft – wenn eines der wahrscheinlicheren Szenarien einträte? Wie wahrscheinlich ist es, dass du zumindest halbwegs zufrieden bist mit deinem Ergebnis? Welches Ergebnis ist wahrscheinlicher? Welche Effekte innerlich (Selbstvertrauen, Freiheit, Selbstbestimmung) und auch äußerlich (neuer Job, Traumreise, Karriere, Partner…)?

Step 4: Was schiebst du aus Angst vor dir her? Denn wovor wir uns am meisten fürchten, ist normalerweise das, was wir am dringendsten tun müssten. Den Chef um eine Gehaltserhöhung bitten, endlich die Finanzthemen angehen, kündigen, zum Arzt gehen, Hilfe annehmen…

Step 5: Was kostet es dich – finanziell, emotional und gesundheitlich – die Sache vor dir herzuschieben? Es ist nämlich mindestens genauso wichtig, die Kosten des Nichthandelns und „Ausharrens“ zu berücksichtigen.

Step 6: Komm ins Handeln! “Most answers reveal themselves  through doing, not thinking.” Du hast Angst? Das haben wir alle. Aber: „our greatest fears are the greatest waste of time“, Jen Sincero.

Ich hoffe, dass ich dich zu einem Yes ermutigen konnte. Zu was auch immer. Nichts ist langweiliger als Entscheidungen vor sich her zu schieben. Dann kommt auch keine Begeisterung. Was würde dich begeistern?

Falls du noch mehr Unterstützung brauchst bei einer großen Entscheidung: Schreib mir  gerne!

Alles Liebe und Namasté

Marie

PS: You want to read more? I really enjoyed this article: „How to stop overcorrecting your life“. 

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Green networker & mountain enthusiast & volunteer for Let's Clean Up Nepal

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